Reisendes Herz

9. Juni 2011

 
Während unseres Schweizaufenthaltes haben Herr Glücksfisch und ich mit Geocaching begonnen. Seitdem haben wir viel Spaß dabei, durch die Gegend zu laufen und unter Zuhilfenahme eines GPS versteckte Tupperdosen zu suchen -und im Idealfall sogar finden.

Vom Geocachen inspiriert, beschloss ich Herrn Glücksfisch zu unserem 10 Jahrestag letzten Monat ein besonderes Geschenk zu machen: Einen Travelbug.

Ein Travelbug (engl. “bitten by the travel bug” = “vom Reisefieber gepackt”) ist ein Anhänger mit einer individuellen Nummer. Er wird an einem Gegenstand befestigt wird, der mit von Geocache zu Geocache reisen soll. Er kann ein besonderes Ziel haben, z.B. ein bestimmtes Land zu erreichen oder eine bestimmte Anzahl von Kilometern zurückzulegen oder einfach nur kreuz und quer durch die Welt zu reisen. Der zurückgelegte Weg wird von den Findern im Internet protokolliert, so kann der Besitzer verfolgen, wo sich sein Reisekäfer gerade aufhält.

Es wird wohl niemanden überraschen, dass mein Travelbug gestrickt ist.
 

Ein kleines Herz, perlenbestickt mit einer Zehn und unseren Initialen. Ich habe eine ganze Weile geschwankt, ob ich es kitschig oder schön finde, inzwischen habe ich mich für letzteres entschieden.
 
Ausgesetzt haben wir es noch nicht, wir überlegen noch wohin es reisen soll.


 
Strickmuster: Little Hearts/Kleine Herzen von Teresa Fox (ravelry link)

Garn: Fabiani Nicole, Farbe 174, doppelter Faden. (100% Acryl! Hätte nicht gedacht, dass ich jemals wieder mit sowas stricke. Das letzte Mal war in der Grundschule…)

Nadeln: 4 mm (US 6)
 

Noro Socken

20. Mai 2011

 

 
 
Strickmuster: Standard-Socken mit verkürzter Ferse, Farbwechsel nach vier Reihen

Garn: Noro Kureyon Sock, s95 und s182, je 50g

Nadeln: 2.5 mm (US 1 1/2)
 
 
An Noro Kureyon Sock scheiden sich die Geister. Die einen hassen es, die anderen lieben es. Eines allerdings ist klar: Ganz einfach ist es nicht, damit zu arbeiten.

Kureyon Sock ist ein Single Ply, ein Einfachgarn. Es verheddert sich leicht, ist etwas rau und rutscht nur schwer über die Nadeln. Es sehr ungleichmäßig versponnen, die Fadenstärke variiert von Thread bis Worsted.
Mir ist der Faden einige Male beim Stricken gerissen, was besonders in den verkürzten Reihen nervig war. Ich habe unzählige Fadenenden vernäht.

Dennoch gehöre ich zur Gruppe der Noro-Begeisterten und hatte am Stricken dieser Socken viel Spaß. Es macht hochgradig süchtig, den wachsenden Streifen zuzusehen und sich vom Farbverlauf überraschen zu lassen.
Zudem bin ich von der Textur der fertigen Socken angetan, ich mag die rustikale, handgesponnene Optik sehr gerne.

Ich bin auf das zweite Paar gespannt!
 

 
Ihr Lieben, ich bin bin zurück aus dem Blog-Exil.

Hier liegend mehrere fertige Projekte herum und warten darauf endlich, fotografiert und veröffentlicht zu werden, jedoch war ich die letzten Wochen zu sehr mit reisen beschäftigt. Kaum zurück aus der Schweiz sind in den Nachtzug nach Paris gestiegen um dort nicht nur Herrn Glücksfischs Geburtstag, sondern auch den 10. Jahrestag unseres Kennenlernens zu feiern.

Fotos folgen in Kürze, jetzt will euch erstmal Herrn Glücksfischs Geburtstagsgeschenk vorstellen: Schnecke.
 

 

Während des Geburtstagsfrühstücks in einem Café am Montmarte war sie noch etwas verschüchtert, nachdem sie aber aus ihrer Zeitung gekrochen war, genoss sie den Aufenthalt ebenso wie wir.

 

 
Nun, zurück in Berlin, erkundet Schnecke ihr neues Zuhause. Ich glaube, sie mag die vielen Pflanzen.
 
Strickmuster: Garden Slug von Kahra Grae (ravelry linketsy link)

Garn: Madelinetosh Tosh DK “Gilded”, Wollmeise 100% Merino Superwash “Indisch Rot” und etwas ungefärbte Sockenwolle.

Nadeln: 3.5 mm (US 4)
 

 
Deutsche Übersetzung folgt in Kürze!

I spent the easter week with friends in Switzerland, in canton Appenzell to be more precisely. I had visited this region only in winter before and was very excited to see it without snow for the first time.

 

 

I was overwhelmed by all the fresh green and the blooming trees and meadows.

 

 

And not to forget by all the lucky cows under the blooming trees on the dandelion meadows. Picture perfect Switzerland.

 

 

The village…

 

 

… with typical Appenzell wood houses.

 

 

One of many beautiful inn signs.

 

 

View out of the window.

 

 

Hiking tour to an alp lake called “Seealpsee” which means “Lake Alp Lake”. Well, that makes sense.

 

 

My most useful garment in this week was my Ishbel. I didn’t expect the weather would be so great and summerlike when I packed my luggage and didn’t bring a sun hat with me. So I used the Ishbel as a headscarf and it looked great with it’s lace border. I think I’ll knit more small size shawls in this small size, I’m impressed how versatile they are.

 

 

A picnic with grilled sausages at the lake side. -One of many in this week.

 

 

High over the lake, a mountain hut…

 

 

…and a little chapel build in a cave.

 

What else?

 

 

We dyed and ate easter eggs.

 

 

I amused people by crawling through the grass and taking pictures.

 

 

Oh yes, and I did some knitting too. I started my Noro Silk Kerchief.

 

 

To sum it up: It was a perfect vacation.

 

 

Eine kleine Vorschau…

11. April 2011

 

 
Maschenprobe für Ysoldas “Little Birds” in Jamieson’s Shetland Spindrift “Ivory”, “Madder” und “Chartreuse”

Das Grün überzeugt mich nicht vollständig, es hebt sich zu wenig vom weißen Hintergrund ab. Jetzt warte ich auf einen anderen Strang, ebenfalls in einem Gelb-Grün, jedoch ein bisschen dunkler diesmal.

Langsam beginne ich zu verstehen, warum so viele Leute für diese Jacke die Originalfarben wählen…
 

Write about your typical crafting time. When it is that you are likely to craft – alone or in more social environments, when watching TV or whilst taking bus journeys.

 

Ich habe keine typische, ritualisierte Zeit in der ich stricke. Wenn ich etwas möglichst schnell fertig  bekommen möchte, nutze ich jede freie Minute zum stricken. Wenn mich ein Projekt langweilt, stricke ich gar nicht und warte bis meine Motivation zurück kommt. -Ich bin übrigens richtig gut darin, nicht zu stricken. Ich habe den ganzen letzten Sommer verbracht ohne eine einzige Masche anzuschlagen.

Allerdings gibt es eine Strickzeit, die mir am liebsten ist: Es gibt nichts schöneres als eine strickende freundin zu treffen und Stunden über Stunden in einem Café zu verbringen, zu quatschen, stricken, Kuchen zu essen, oder -noch besser- eines dieser umfangreichen Frühstücke zu verzehren, die es hier bis 16 oder 17 Uhr gibt.

 


 

Is there a pattern or skill that you don’t yet feel ready to tackle but which you hope to tackling in the future, near or distant?

 

Lasst uns übers Häkeln sprechen!
Ich habe es in der Grundschule gelernt, noch vor dem Stricken, habe mich für letzteres aber immer mehr begeistern können.
Das letzte, das ich gehäkelt habe war ein Wurm aus bunter Wolle, etwas 1 1/2 Meter lang und mit 15 Zentimeter Durchmesser. Ich war zwölf und das war nicht meine Idee, sondern die der Handarbeitslehrerin… Seitdem habe ich Häkelnadeln nur noch dazu benutzt verlorenen Maschen hochzuholen.

Gelegentlich stolpere ich auf ravelry allerdings über Häkelprojekte die den Wunsch in mir wecken das zu ändern.

Eines davon ist juliep55′s cocheted bag. Wäre das nicht die perfekte Tasche für den Sommer?

Ein anderes, eher ungewöhnliches, ist nitsirk’s “Free Form Birds”. Großartige Idee und ich finde Freiform häkeln sehr faszinierend.

Und dann habe ich hier immer noch das Rowan Magazin herumliegen, mit der Anleitung für Lotus. Vielleicht die schönste Strickjacke, die ich je gesehen habe. (Und ich durfte sie schon in live bewundern, die Handarbeitsabteilung des KaDeWe hatte damals ein Austellungsstück.)
 

 

Sie ist gestrickt, die Borde aber gehäkelt.

Und dank der Inspiration all dieser wunderschönen Dinge habe ich kürzlich wieder gehäkelt.

Mir kam der Gedanke, ich bräuchte dringend einen Untersetzer für meinen Schreibtisch. (Alte gefaltete Papierblätter unter Teetassen sind nicht sonderlich schick.) Und da ich mich sehr abenteuerlustig fühlte an diesem Tag, griff ich zur Häkelnadeln und einem Wollrest.

 

Das ist dabei herausgekommen:

 

 

Das Muster ist “Headband with Flower” (oder eher “Blume ohne Haarband” in meinem Fall) von creativeyarn.

Es fühlte sich seltam an, nach all diesen Jahren wieder zu häkeln. Irgendwie wußten meine Finger was zu tun ist, ich konnte mich aber an keine einzige Maschen mehr erinnern und mußte einen Online-Häkellehrgang zu rate ziehen. (Und meine Mutter, eine Handarbeitsleherin, anrufen und ihr ein paar Fragen stellen.

Ich war sehr stolz darauf, als ich es fertig hatte und ich mag es wirklich.