Lebenszeichen

22. Februar 2012

 
Ja, in diesem Blog war es  jetzt zu lange still und ich bin froh, euch mitteilen zu können, daß ich endlich wieder etwas Zeit und Muße habe zu stricken und ein paar neue Projekte zu planen. Nebenbei bemerkt: Es gibt keinen Grund sich zu sorgen, wenn ihr ein paar Monate nichts von mir hört. In der Regel bedeutet das, es geht mir gut und ich bin mit vielen anderen interessanten Dingen beschäftigt. -Wobei man im Umkehrschluss allerdings nicht davon ausgehen kann, daß ich mich langweile, wenn ich wieder zu stricken und zu bloggen beginne. ;)

 
Erinnert ihr euch an das Noro Silk Kerchief, das ich letztes Frühjahr begonnen habe? Ich war etwas unglücklich wie sich die Streifen entwickelt haben. Der Farbverlauf des helle Garnes (Noro Silk Garden Sock in S269) geht von weiß nach hellbraun.

 

 
Das sieht recht hübsch aus, kontrastiert aber wenig mit den ebenfalls bräunlichen Abschnitten von Garn Nr. 2 (Silk Garden Sock in S245). Vor allen dann nicht, wenn beide Brautöne gleich am Beginn des Tuches aufeinander treffen, wenn die Reihen noch kurz sind und die Farbwechsel entsprechend lang.

 
Lange Zeit war ich unentschlossen, was ich mit meinem halbfertigen Tuch machen soll. Auftrennen oder weiter stricken. Dann, vor einigen Wochen habe ich mich zu ersterem durchgerungen und noch einmal von vorne begonnen.  Ich habe es nicht bereut und bin begeistert wie schön es jetzt wird.

 

 

 

Urlaubspläne

20. Juni 2011

Jedes Jahr wenn ich meinen Sommerurlaub plane, habe ich die fixe Idee, daß das schönste Mitbringsel überhaupt etwas Selbstgestricktes wäre. Ein zartes, sommerliches Lacetuch, in das quasi all die wunderbaren Erinnerungen, der Geruch der Macchia, die salzige Seeluft mit eingestrickt sind.

Daraufhin beginne ich nach dem perfekten Strickmuster zu suchen -nicht zu schwierig, nicht zu langweilig- und kaufe ein ganz besonderes, kostbares Garn. Die folgenden Wochen kann ich es kaum erwarten, endlich die Maschen anzuschlagen und es kostet mich große Mühe, mich davon abzuhalten. Schließlich will ich das Tuch im Urlaub stricken. Am Strand. Auf einer Terasse mit Meerblick.

Dann ist der Urlaub da. Ich bin auf irgendeiner Insel im Mittelmeer und stelle fest, daß ich voll und ganz damit beschäftigt bin, einfach nur dazusitzen und dieses endlose Blau des Meeres anzugucken. Zwei Wochen lang.

Und weiterhin bemerke ich, daß ich völlig vergessen habe, wie unentspannend stricken am Strand ist. Bei 35 Grad, mit von Sand, Salzwasser und Sonnencreme klebrigen Fingern.

Für gewöhnlich komme ich mit einem kaum berührten Wollknäuel und fünf fertigen Reihen wieder heim.
 
 
Nun ja… Das diesjährige, sorgfältig ausgewählte, besondere Garn, mit dem ich im Urlaub wieder nicht stricken werde, ist:
 

 
BC Garn Jaipur Silk Fino in der wunderschönen Farbe h32, einem traumhaften Blau mit einer Nuance Lila. Ein Lacegarn aus 100% Maulbeerseide, 300m Lauflänge auf 50g.

Für ein ganz besonderes Nicht-Im Urlaub-Strickmuster habe ich mich noch nicht entscheiden können.

Wahrscheinlich wird es eines von Susanna ICs hübschen Tüchern sein. Ich habe mich in das halbmondförmige Vesna Tuch verguckt und überlege, wie es in Lacegarn aussehen würde. Aber auch Alcea ist wunderschön und viele andere…

Welches würdet ihr auswählen?
 

Die Organisation meines Stash ist unspektakulär. Glaubt es oder nicht, ich habe relativ wenig Wolle zuhause. Also spiele ich heute den Jocker aus:

Schmuck und Verzierungen können alle mögliche Formen haben. Manche sind nicht rein dekorativ sondern haben  einen praktischen Nutzen. Andere dienen nur dazu, einem Gegenstand das “besondere Etwas” zu verleihen.

 
Mein liebster Schmuck für ein Strickstück vereint beide Eigenschaften: Er ist sowohl funktional als auch dekorativ. Ein hölzerer Haarstab, den ich benutze -oder benutzte, der Winter ist vorbei- um meinen ‘Noble Cowl’ zu tragen.
 

 

Der Schalkragen ist sehr weit und während des Strickens realisierte ich, das ich eine Schalnadel brauchen werde um ihn etwas enger zu stecken. Ich stöberte auf Etsy, entdeckte dort eine hübsche aus Kupfernadel und kaufte sie. Sie benötigte zwei oder drei Wochen für den Weg nach Europa.

 

 

In der Zwischenzeit hatte ich den Kragen fertiggestrickt und wollte ihn natürlich sofort tragen. Ich sah mich nach einem Schalnadel-Ersatz um und bekam einen meiner Haarstäbe in die Finger. (Kunststück, die Dinger liegen hier überall verstreut herum.) Ich hätte erwartet, daß der Stab nach kürzester Zeit wieder aus dem Gestrick rutschen würde. Tat er aber nicht. Er hielt perfekt. Und sah toll aus.

 

 
Als die Kupfernadel ankam habe ich sie pflichtbewußt ein paar Mal benutzt. Sie ist zweifellos wunderschön, aber fast zu klein für den dicken Stoff und etwas fummelig zu benutzen. Inzwischen frage ich mich, warum ich sie überhaupt gekauft habe. Vielleicht werde ich sie als Haarspange zweckentfremden, mal sehen.

Etwas anderes, das ich gerne zeigen würde, sind die Knöpfe meiner “French Press Slippers”.
 

 

Ihr denkt, sie haben nichts spektakuläres an sich? Sie sehen nicht großartig anders aus als die Originalknöpfe der Originalschuhe?
Richtig! Genau das was ich wollte. Mir gefielen die Lederknöpfe des Originals so gut, das ich mich auf die Suche nach ähnlichen gemacht habe. Und welche gefunden habe, in der Kurzwarenabteilung eines Kaufhauses. Ich war glücklich. -Zumindest bis ich auf den Preis geschaut und festgestellt habe, daß sie mehr kosten als die Wolle für das Projekt. (Zwei Knäuel Cascade 220.)

Ich habe sie trotzdem gekauft. Und erwarte nun von ihnen, daß sie nicht nur dieses Paar Hausschuhe überleben, sondern auch noch drei weitere… Mindestens.

 

Noble Cowls

17. Dezember 2010

Ich finde Schalkragen großartig. Keine langen, ständig von der Schulter rutschenden Schalenden, keine voluminösen Knoten, keine um den Hals gewickelten Stofflagen, die nach ein paar Metern in der Kälte ihre zugigen Schwachstellen offenbaren.

Überzeugt hat mich die Tudora, die ich vor rund zwei Jahren aus übrig gebliebener Alpakawolle gestrickt habe. Sie hat mir gute Dienste geleistet und ich mag die Renaissance-Anklänge des Designs sehr. Bei richtig klirrender Kälte ist sie mir allerdings etwas zu schmal.


 
Für diesen Winter nahm ich mir also vor, einen größeren, kuscheligeren Kragen zu stricken.
 
Für ein Strickmuster hatte ich mich schnell entschieden. Ein Noble Cowl sollte es werden. Schwieriger war die Frage nach der geeigneten Farbe. Dezent sollte sie sein, farblich sowohl zu meinem Mantel als auch zu meinen unterschiedlichen Mützen und Handschuhsets zu passen. Das Weiß der Tudora war mir immer etwas zu auffällig, also bleibt nicht viel Auswahl übrig. Anthrazit, Schwarz. Nicht gerade meine Lieblingsfarben für Lace. Dunkle Farben schlucken so viele Details.

Ein paar schwarze Knäuel Sublime Cashmere Merino Silk DK hatte ich aber noch zuhause, also schob ich meine Skepsis zur Seite.
Und wurde angenehm überrascht. Der fertige Schal wirkt schlicht aber elegant. Er trägt sich angenehm ist warm und außerdem weit genug, um die Frisur unbeschadet zu lassen, wenn man ihn über den Kopf zieht. (Das war mein Bedenken Nr. 2.)

 

 

Mein Exemplar ist besonders groß ausgefallen. Ich war so in meine Arbeit vertieft, daß ich vergessen habe in die Anleitung zu sehen und versehentlich 3 statt nur 2 1/2 Musterwiederholungen gestrickt habe. Macht aber nichts, es ist perfekt so und die zusätzlichen Zentimeter kann ich bei der aktuellen Wetterlage gut gebrauchen.


warmes Eisblau

28. Dezember 2009

Schlicht aber schön ist der Schal, den ich meinem Mann zu Weihnachten geschenkt habe.

Gestrickt aus drei Knäuel Rowan Kid Classic in der Farbe “Glacier”.

Ich habe die Wolle vor über einem Jahr bestellt um mir ein Rose Red und passende Handschuhe zu stricken. Dummerweise unterlief dem Online-Shop bei meiner Bestellung ein Fehler und schickte mir die falsche Farbe zu. Gletscherblau anstatt meiner Standard-Farbe Weinrot alias “Crushed Velvet”.
Ich fand das Blau dennoch hübsch, auch wenn es mir nicht wirklich steht, und da die Wolle zudem reduziert war und ich keine Lust hatte sie zurückzuschicken, ließ ich sie demonstrativ auf dem Tisch liegen. Meine Rechnung ging auf, als mein Mann kurze Zeit später den Raum betrat, war er sogleich begeistert von ihr und bat mich, ihm einen Schal daraus zu stricken.

Letzten Winter hatte ich dazu nicht die rechte Muße und zuviele andere Projekte zu vollenden, über den Sommer geriet die Wolle in Vergessenheit. Letzte Woche nun, sechs Tage vor Heiligabend, kam sie mir wieder in Erinnerung. In aller Heimlichkeit fing ich zu stricken an und wurde sogar rechtzeitig fertig.

Der Liebste war und ist begeistert (ihm steht dieses Blau famos) und entzückte mich beim auspacken mit dem wunderbaren Kommentar “Seit wann kaufst du gestricktes?”.

Der Schal erschien ihm zu perfekt und zu gleichmäßig um selbstgemacht zu sein, erklärte er mir später.

Ich finde das sehr süß.

allerleigrau

3. Oktober 2009

 

 
KnitPicks Acryl-Nadelspitzen in 7mm für die sonst zu eng werdenden Eulen-Ärmel. Ein Sonderangebot hat mich dazu verführt, meinen geliebten Holznadeln untreu zu werden.

Ich bin ungeheuer fasziniert von der Transparenz dieser Nadeln. Sie scheinen fast unsichtbar zu sein. Dennoch gefällt mir das Strickgefühl mit den lackierten Harmony Woods, bzw. Symfonie Holz wie sie nun heißen, besser. Ich habe den Eindruck die Holznadeln sind glatter, auch wenn man das beim Anblick des glänzenden Acryls fast nicht glauben mag.

Die Eulen-Zwangspause bis zur Ankunft der Nadelspitzen vertrieb ich mir damit, die Materialien für ein anderes, lang ersehntes Projekt zu besorgen: Kidsilk Haze und Perlen für eine Ice Queen.
 

 

Im Perlenladen konnte ich mich nicht zwischen den kleinen perlmutt schillernden Rocailles auf dem Foto oben und etwas größeren transparenten Glasschliffperlen entscheiden und kaufte einfach beides. Nachdem ich nun die ersten Reihen gestrickt habe, tendiere ich zu letzteren. Auch, weil mir der Gedanke, statt 300 kleiner nur 60 große Perlen auf die Masche zu fädeln und einstricken zu müssen, mehr behagt.

Außerdem bei den Nadelspitzen im Päckchen: Ein Strang KnitPicks Shimmer Lace-Garn in der wundervollen Farbe Cumulus.
 

 
Lange habe ich die letzte Wochen nach der passenden Wolle für Ysoldas Veyla gesucht, zauberhafte Handschuhe in die ich mich auf den ersten Blick verliebt habe. Ein edles Garn in einem hübschen Grau schwebte mir vor. Diese kuschelige weiche Mischung aus 70% Baby Alpaka und 30% Seide ist genau das, was ich mir gewünscht habe.

Muir

29. Juni 2009

Gestrickt habe ich im Urlaub natürlich auch.

Muir heißt dieses wunderschöne Muster. Ich stricke allerdings keine große Stola, sondern lediglich einen schmalen Schal nach dem Vorbild von DistantKnitter.

Das Garn, eine Merino-Seidenmischung habe ich mit Säurefarben selbst gefärbt und bin sehr stolz auf das Ergebnis.

Ich habe eigentlich erwartet, daß ich diesen kleinen Schal während zwei Wochen Urlaub locker fertig bekommen werde. Das Gegenteil war der Fall. Zu vier Musterwiederholungen habe ich es mir Mühe und Not gebracht.
Stricken am Strand, mit von Salzwasser und Sonnencreme klebrigen Fingern, erwies sich als nicht sehr praktikabel. Davon abgesehen war ich zu sehr damit beschäftigt zu lesen oder einfach nur auf das Meer zu gucken.

Nun, wieder zuhause, ruht Muir erstmal. Im Augenblick steht mir der Sinn nach simpleren Dingen.

Lace Ribbon Scarf

27. März 2009

Letzte Woche wurde mein Lace Ribbon Scarf fertig.

Ich muß sagen, ich bin ein kleines bisschen deprimiert.

Nicht, weil ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden wäre, nein. Ich liebe die subtilen, warmen Gewürztöne der Wollmeise Spice Market.

Cumin, Safran, Chili, Thymian, Curcuma, Nelken…  Ich kann sie alle förmlich riechen. Schon beim Stricken habe ich es genossen, über den Farben zu meditieren. (Ganz herzlichen Dank nochmal an jriede für dieses Weihnachts-Wichtelgeschenk!)

Ebenso das Muster. Wunderschön, diese endlosen, schlängelnden Lochmusterreihen. (Ich stand beim spannen ehrfurchtsvoll davor und konnte kaum glauben, daß ich jede einzelne dieser Maschen mit der Hand gestrickt habe.)

Es gibt nur einen kleinen Wermutstropfen: Ich hätte sooo gerne noch weiter gestrickt! Das Projekt war perfekt. Klein genug, um es überall mit hinzunehmen, ein leicht zu merkendes Muster, das dennoch interessant und abwechslungsreich ist. Es war Entspannung pur, diesen Schal zu stricken. Keine Minute wurde er mir langweilig.

Nun bin ich auf der Suche nach einem neuen “mindless project”. Zum stricken in der U-Bahn, auf dunklen Kirchenemporen, in Cafés, in Erholungspausen von der Caricia… Zwar ist meine Ravelry-Queue lang, die Projekte in ihr aber überwiegend eher “mindful”. Nichts zum nebenherstricken. Und selbst nach (mehr oder weniger) schlichten Socken steht mir momentan so gar nicht der Sinn.