Zwei Vögelchen

29. April 2012

 
Letzte Woche habe ich ein paar Tage in London zu tun. Und natürlich konnte ich nicht abreisen, ohne “Loop” in Islington einen Besuch abgestattet zu haben.
 

 
Wie ich euch in einem der letzten Artikeln erzählt habe, plane ichYsoldas “Lauriel” in Quince&Co. Chickadee zu stricken. Die Wolle dafür wollte ich bei Loop bestellen. Persönlich vor Ort zu sein und die Wolle selbst kaufen zu können ist natürlich viel schöner.

Ich habe den Besuch im Laden sehr genossen. Er war sogar eines meiner Highlights während dieses Aufenthalts. (Was jetzt nicht heissen soll, dass ich die restliche Zeit in London nicht toll war.) Natürlich gibt es auch in Berlin nette und gut sortierte Wollgeschäfte. Aber diese große Auswahl an englischen und amerikanischen Garnen bei Loop, die ich bislang nur aus dem Internet kannte, die breite Auswahl an (natürlich englischsprachigen) Büchern und Anleitungen… (Herr Glücksfisch hat ein nettes Muster für eine Jacke gefunden und hofft nun, dass ich sie ihm stricke.)
Es fühlte sich ein bisschen an wie ravelry im Real Life. ;)
 
Ich habe acht Stränge Quince&Co. Chickadee in Leek gekauft.
 

 
Und einen Strang Wollmeise Lacegarn in Tollkirsche. Ein bisschen absurd finde ich ja, Wollmeise aus England mitzubringen (wie oft bin ich schon an Pfaffenhofen vorbeigefahren…), aber ich konnte der Farbe einfach nicht widerstehen. Ein traumhaft schönes, tiefes Rotbraun. Absolut perfekt für mich.
 

 
Wieder zuhause habe eine Maschenprobe für “Lauriel” gestrickt und musste dabei leider feststellen, dass zwei meiner Chickadee Stränge ein anderes Dye Lot haben.

Sechs Stränge davon hatte ich aus einem Regal genommen und mit Erstaunen festgestellt, dass auf ihnen keine Chargennummer verzeichnet war. Da sie aber alle haargenau die gleiche Farbe hatten, hatte ich mir nichts weiter dabei gedacht. Ich fragte eine Verkäuferin, ob sie noch mehr davon hätten, sie schnappte sich einen meiner Stränge zum Vergleich, verschwand ins Lager und kam zurück mit den zwei gewünschten mehr.

Ja, Schande über mich, dass ich in dem Moment das dye lot nicht noch mal selbst überprüft habe. Aber ich war irritiert von der fehlenden Beschriftung der anderen Stränge und habe mich darauf verlassen, dass die Verkäuferin bestimmt einen besseren Durchblick hat als ich.
Großer Fehler!
 

 
Auf dem Photo ist es sehr leicht zu sehen, in Wirklichkeit ist der Farbunterschied ein bisschen subtiler. -Aber die eine Farbe geht ganz klar mehr ins gelbliche. (Das übrigens die, die mir besser gefällt.)
 
So, ich habe jetzt also 1089yds aus einer Charge. Das Muster benötigt 1060yds.
Sollte eigentlich reichen, aber es gibt mir ein mulmiges Gefühl. Ich habe keine Ahnung, wie genau in Anleitung der Garnverbrauch kalkuliert ist, aber wenn das stimmt, könnten ein paar Reihen (Ärmel verlängern oder so) schon zuviel sein und mir geht die Wolle aus…
 
Andererseits bin ich auch nicht sonderlich wild darauf, ein paar Reihen der anderen Charge mit reinzuschummeln und dann festzustellen, dass es doch gereicht hätte.

Habt ihr irgendwelche Gedanken, Ideen oder Meinungen dazu?

Natürlich habe ich auch Loop angeschrieben, letzten Dienstag, nachdem ich es entdeckt habe und gefragt ob ich vielleicht einen Teil der Stränge umtauschen kann. Bis lang habe ich noch keine Antwort bekommen.

Ich bin frustiert! Nachdem ich die letzte Monate keine Zeit hatte, auch nur ans Stricken zu denken, hatte ich mich so darauf gefreut, diese Wolle zu kaufen und die Jacke zu beginnen. Jetzt fühle ich mich ausgebremst und weiß nicht so wirklich was ich machen soll.

Wenigstens habe ich noch die Wollmeise um mich zu trösten. Also habe ich eine erstmal eine Maschenprobe für Ysoldas Laika gestrickt, die auch auf meiner ”Little Red in the City”-Todo-Liste ist. Ist es nicht hübsch? (Den kleinen Fehler bitte ignorieren!)
 

 

Urlaubspläne

20. Juni 2011

Jedes Jahr wenn ich meinen Sommerurlaub plane, habe ich die fixe Idee, daß das schönste Mitbringsel überhaupt etwas Selbstgestricktes wäre. Ein zartes, sommerliches Lacetuch, in das quasi all die wunderbaren Erinnerungen, der Geruch der Macchia, die salzige Seeluft mit eingestrickt sind.

Daraufhin beginne ich nach dem perfekten Strickmuster zu suchen -nicht zu schwierig, nicht zu langweilig- und kaufe ein ganz besonderes, kostbares Garn. Die folgenden Wochen kann ich es kaum erwarten, endlich die Maschen anzuschlagen und es kostet mich große Mühe, mich davon abzuhalten. Schließlich will ich das Tuch im Urlaub stricken. Am Strand. Auf einer Terasse mit Meerblick.

Dann ist der Urlaub da. Ich bin auf irgendeiner Insel im Mittelmeer und stelle fest, daß ich voll und ganz damit beschäftigt bin, einfach nur dazusitzen und dieses endlose Blau des Meeres anzugucken. Zwei Wochen lang.

Und weiterhin bemerke ich, daß ich völlig vergessen habe, wie unentspannend stricken am Strand ist. Bei 35 Grad, mit von Sand, Salzwasser und Sonnencreme klebrigen Fingern.

Für gewöhnlich komme ich mit einem kaum berührten Wollknäuel und fünf fertigen Reihen wieder heim.
 
 
Nun ja… Das diesjährige, sorgfältig ausgewählte, besondere Garn, mit dem ich im Urlaub wieder nicht stricken werde, ist:
 

 
BC Garn Jaipur Silk Fino in der wunderschönen Farbe h32, einem traumhaften Blau mit einer Nuance Lila. Ein Lacegarn aus 100% Maulbeerseide, 300m Lauflänge auf 50g.

Für ein ganz besonderes Nicht-Im Urlaub-Strickmuster habe ich mich noch nicht entscheiden können.

Wahrscheinlich wird es eines von Susanna ICs hübschen Tüchern sein. Ich habe mich in das halbmondförmige Vesna Tuch verguckt und überlege, wie es in Lacegarn aussehen würde. Aber auch Alcea ist wunderschön und viele andere…

Welches würdet ihr auswählen?
 

Die Organisation meines Stash ist unspektakulär. Glaubt es oder nicht, ich habe relativ wenig Wolle zuhause. Also spiele ich heute den Jocker aus:

Schmuck und Verzierungen können alle mögliche Formen haben. Manche sind nicht rein dekorativ sondern haben  einen praktischen Nutzen. Andere dienen nur dazu, einem Gegenstand das “besondere Etwas” zu verleihen.

 
Mein liebster Schmuck für ein Strickstück vereint beide Eigenschaften: Er ist sowohl funktional als auch dekorativ. Ein hölzerer Haarstab, den ich benutze -oder benutzte, der Winter ist vorbei- um meinen ‘Noble Cowl’ zu tragen.
 

 

Der Schalkragen ist sehr weit und während des Strickens realisierte ich, das ich eine Schalnadel brauchen werde um ihn etwas enger zu stecken. Ich stöberte auf Etsy, entdeckte dort eine hübsche aus Kupfernadel und kaufte sie. Sie benötigte zwei oder drei Wochen für den Weg nach Europa.

 

 

In der Zwischenzeit hatte ich den Kragen fertiggestrickt und wollte ihn natürlich sofort tragen. Ich sah mich nach einem Schalnadel-Ersatz um und bekam einen meiner Haarstäbe in die Finger. (Kunststück, die Dinger liegen hier überall verstreut herum.) Ich hätte erwartet, daß der Stab nach kürzester Zeit wieder aus dem Gestrick rutschen würde. Tat er aber nicht. Er hielt perfekt. Und sah toll aus.

 

 
Als die Kupfernadel ankam habe ich sie pflichtbewußt ein paar Mal benutzt. Sie ist zweifellos wunderschön, aber fast zu klein für den dicken Stoff und etwas fummelig zu benutzen. Inzwischen frage ich mich, warum ich sie überhaupt gekauft habe. Vielleicht werde ich sie als Haarspange zweckentfremden, mal sehen.

Etwas anderes, das ich gerne zeigen würde, sind die Knöpfe meiner “French Press Slippers”.
 

 

Ihr denkt, sie haben nichts spektakuläres an sich? Sie sehen nicht großartig anders aus als die Originalknöpfe der Originalschuhe?
Richtig! Genau das was ich wollte. Mir gefielen die Lederknöpfe des Originals so gut, das ich mich auf die Suche nach ähnlichen gemacht habe. Und welche gefunden habe, in der Kurzwarenabteilung eines Kaufhauses. Ich war glücklich. -Zumindest bis ich auf den Preis geschaut und festgestellt habe, daß sie mehr kosten als die Wolle für das Projekt. (Zwei Knäuel Cascade 220.)

Ich habe sie trotzdem gekauft. Und erwarte nun von ihnen, daß sie nicht nur dieses Paar Hausschuhe überleben, sondern auch noch drei weitere… Mindestens.

 

Noble Cowls

17. Dezember 2010

Ich finde Schalkragen großartig. Keine langen, ständig von der Schulter rutschenden Schalenden, keine voluminösen Knoten, keine um den Hals gewickelten Stofflagen, die nach ein paar Metern in der Kälte ihre zugigen Schwachstellen offenbaren.

Überzeugt hat mich die Tudora, die ich vor rund zwei Jahren aus übrig gebliebener Alpakawolle gestrickt habe. Sie hat mir gute Dienste geleistet und ich mag die Renaissance-Anklänge des Designs sehr. Bei richtig klirrender Kälte ist sie mir allerdings etwas zu schmal.


 
Für diesen Winter nahm ich mir also vor, einen größeren, kuscheligeren Kragen zu stricken.
 
Für ein Strickmuster hatte ich mich schnell entschieden. Ein Noble Cowl sollte es werden. Schwieriger war die Frage nach der geeigneten Farbe. Dezent sollte sie sein, farblich sowohl zu meinem Mantel als auch zu meinen unterschiedlichen Mützen und Handschuhsets zu passen. Das Weiß der Tudora war mir immer etwas zu auffällig, also bleibt nicht viel Auswahl übrig. Anthrazit, Schwarz. Nicht gerade meine Lieblingsfarben für Lace. Dunkle Farben schlucken so viele Details.

Ein paar schwarze Knäuel Sublime Cashmere Merino Silk DK hatte ich aber noch zuhause, also schob ich meine Skepsis zur Seite.
Und wurde angenehm überrascht. Der fertige Schal wirkt schlicht aber elegant. Er trägt sich angenehm ist warm und außerdem weit genug, um die Frisur unbeschadet zu lassen, wenn man ihn über den Kopf zieht. (Das war mein Bedenken Nr. 2.)

 

 

Mein Exemplar ist besonders groß ausgefallen. Ich war so in meine Arbeit vertieft, daß ich vergessen habe in die Anleitung zu sehen und versehentlich 3 statt nur 2 1/2 Musterwiederholungen gestrickt habe. Macht aber nichts, es ist perfekt so und die zusätzlichen Zentimeter kann ich bei der aktuellen Wetterlage gut gebrauchen.


Baumwollblüten

13. April 2010

Kam heute mit der Post aus England: Rowan Summer Tweed in der Farbe Cotton Bud für eine Liesl.

70% Seide, 30% Baumwolle. Traumhaft schön, allerdings nicht ganz einfach zu verstricken.

Muir

29. Juni 2009

Gestrickt habe ich im Urlaub natürlich auch.

Muir heißt dieses wunderschöne Muster. Ich stricke allerdings keine große Stola, sondern lediglich einen schmalen Schal nach dem Vorbild von DistantKnitter.

Das Garn, eine Merino-Seidenmischung habe ich mit Säurefarben selbst gefärbt und bin sehr stolz auf das Ergebnis.

Ich habe eigentlich erwartet, daß ich diesen kleinen Schal während zwei Wochen Urlaub locker fertig bekommen werde. Das Gegenteil war der Fall. Zu vier Musterwiederholungen habe ich es mir Mühe und Not gebracht.
Stricken am Strand, mit von Salzwasser und Sonnencreme klebrigen Fingern, erwies sich als nicht sehr praktikabel. Davon abgesehen war ich zu sehr damit beschäftigt zu lesen oder einfach nur auf das Meer zu gucken.

Nun, wieder zuhause, ruht Muir erstmal. Im Augenblick steht mir der Sinn nach simpleren Dingen.