Puschen?

27. Februar 2010


 

Ich bin verliebt!

 

Schon ewig hatte ich vor, ein Paar Hausschuhe zu strickfilzen, konnte mich aber nie so recht für ein Modell, eine Anleitung entscheiden. Dann jedoch habe ich French Press Felted Slippers entdeckt und wußte sofort: Die und keine anderen!

Seitenteile und Sohlen waren schnell gestrickt, 10mm Nadeln sei Dank.

 

 

Ich bedauere, beim photographieren kein Maßband neben die fertig zusammmengenähten Schuhe gelegt zu haben. Sie waren ca. 33 cm lang, man unterschätzt ihre Größe völlig. Als Kind hatte ich mal sowas ähnliches zum Fasching: Riesige Clownschuhe aus Gummi.

Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mir nicht so recht vorstellen, wie aus diesen Wollappen hübsche kleine Filzschühchen werden sollen. Zu locker und löchrig erschien mir das alles, meine Nähte zu schlampig und unsauber. Aber die Fotos in der Anleitung beruhigten mich: Die Schuhe der Autorin sahen im Rohzustand auch nicht besser aus.

Da ich den Filzprozess nicht meiner Waschmaschine überlassen wollte, ohne die Möglichkeit regelmäßig die Größe zu kontrollieren und -ganz wichtig- eventuell entstehende Löcher mit Nadeln und Faden zu schließen, entschied ich mir per Hand zu filzen.

Ich nahm heißes Wasser, Seife, sowie eine Nagelbürste um die Fasern etwas aufzurauhen und rubbelte, rubbelte…

 

 

…und rubbelte…

 

…und langsam, sehr langsam, als ich schon beinahe nicht mehr daran glaubte, begann die Wolle zu schrumpfen und zu verfilzen…

 

 

… und mehr und mehr die Form eines Filzpantoffels anzunehmen.

 

 

Etwas über drei Stunden war ich insgesamt beschäftigt. Bei Schuh Nr. 2 ging das filzen zwar schneller (inzwischen wußte ich, was ich zu tun haben), dafür habe ich eine Ewigkeit damit verbracht, ihn möglichst genau an Nr. 1 anzugleichen.

Mich wundert, daß ich am nächsten Tag keinen Muskelkater hatte.

 

 

Ich bin wie gesagt sehr verliebt und glücklich mit diesen Schuhe. Sie passen toll, sind bequem, kuschelig warm und zudem noch viel hübscher, als ich zu hoffen gewagt habe.

Allerdings haben mich die Filz-Eigenschaften der Cascade 220 nicht wirklich überzeugt. Ich weiß, sie ist sehr populär für solche Projekte, aber ich denke es gibt leichter und besser filzende Garne. (Unabhängig davon, ob man nun das filzen per Hand oder in der Maschine vorzieht).

Ich glaube meine Wahl für ein zweites Paar Schuhe (das ich früher oder später stricken muß, wenn ich das erste weiterhin so exzessiv trage) wäre Rowan Purelife British Sheep Breeds. Verfilzt bereits, wenn man sie einmal scharf anguckt.

 

 

Nachtrag

25. Februar 2010

Bevor ich hier voller Stolz meine gerade vollendeten Hausschuhe (meinen ersten Strickfilz-Versuch) zeige, will ich ein Versäumnis nachholen und Fotos zweier Projekte des letzten Herbstes nachliefern.

Als erstes wäre da der fertiggestellte Eulen-Pullover.
 

 

Viele von euch haben ihn sicherlich schon ravelry gesehen. Ich habe mich sehr über die vielen Kommentare gefreut und fand amüsant und schmeichelnd zugleich, daß die Fotos weitaus mehr Lob erhalten haben, als der darauf gezeigte Pullover.

Ein hübsches Stück, ich hätte nicht gedacht, daß diese eher derbe Ökowolle so elegant wirken kann.

Projekt Nummer Zwei ist das Snapdragon Tam aus Ysoldas Whimsical Little Knits 2.

 

 

Ich konnte nicht wiederstehen, es in der Originalwolle und Farbe nachzustricken, Madelinetosh tosh dk in “gilded”.

Die Mütze war innerhalb weniger Tage fertig, die dazugehörigen Handschuhe allerdings machten mir das Leben schwer.

 

Erster Versuch auf Nadelspiel: Viel zu große Löcher an den Übergängen zwischen den Nadeln, da dort etliche Maschen zugenommen werden. Auftrennen.

Zweiter Versuch mit Magic Loop: Besser. Allerdings insgesamt ein bisschen locker. Eine Nadelstärke weniger fände ich schöner. Wieder auftrennen.

Noch ein Versuch mit Magic Loop, dünnere Nadeln: Wiederholtes Fluchen über das Muster. (Ich finde Zopfmuster wunderhübsch, stricke sie aber nicht sonderlich gerne.) Der rechte fingerloser Handschuh ist fertig (der dritte insgesamt), ich bin zufrieden. Ich stricke das Käppchen an und freue mich darauf, gleich den linken beginnen zu können. Endlich kann ich diese Projekt abschließen!
Auf den letzten Zentimetern ziehe ich die lockere Knit-Pro Holznadelspitze mit etwas zu viel Energie nach. Krack! Nadel kaputt. Zwangspause. Meine ganze schöne Motivation ist dahin.

Wochen später: Handschuh Nr. 1 ist fertig, neue Nadelspitzen sind vorhanden (aus Acryl, diesmal). Was nach wie vor fehlt ist die Lust, dieses Muster ein viertes Mal zu beginnen.

 

Projekt verschoben auf nächsten Herbst. Zum Glück sieht die Mütze auch zu den dunkelroten Handschuhen vom letzten Jahr prima aus.