Wintereulen

17. September 2009

Ich bin so aufgeregt! Ich stricke meinen ersten Pullover!
Meine Wahl ist auf die famosen Owls gefallen und vor zwei Tagen brachte mir der Postbote das heiß ersehnte Päckchen aus England mit sieben Knäuel Rowan Purelife British Sheep Breeds in Steel Grey Suffolk.
 

 

Ich finde diese Wolle ungemein sinnlich. (Mein Mann war bei dieser Aussage drauf und dran mir einen Vogel zu zeigen.) Leider kann kein Foto ihren Farbton wiedergeben. Das Grau ist eine Melange aus ungefärbten hellen und dunklen Wollfasern, unzählige Nuancen sind in ihm enthalten, von Weiß über Braun zu Schwarz.
Zudem riecht sie ganz wunderbar nach… ja nach was eigentlich? Nach Schaf, nach Lanolin, nach Heu? Jedenfalls kann ich nicht widerstehen, in regelmäßigen Abständen an ihr zu schnuppern. Den Kommentaren auf ravelry zufolge, bin ich nicht die einzige, der es so geht.

Die dort ebenfalls vorherrschende Meinung, man könnte diese Wolle nicht auf der nackten Haut tragen, teile ich allerdings nicht. Natürlich, sie ist etwas kratzig, es handelt es sich schließlich nicht um 100% Merino.
Doch erstens stört mich diese etwas rauere Gefühl auf der Haut nicht und zweitens… Nun ja, ich habe mehrere dicke Winterpullover im Schrank, die ich nur alle Jubeljahre trage, da sie mir im verregneten milden Berliner Winter viel zu warm sind. Natürlich habe ich den Wunsch, die hübschen Eulen öfters zu tragen und setzte meine Hoffnung darauf, daß reine Schafwolle zwar warm ist, aber mangels Poly-Anteil angenehmer zu tragen sein wird, als meine anderen Pullover. Beim Gedanken, zwecks Hautkontaktvermeidung noch ein langes Unterhemd darunter tragen zu müssen, bekomme ich jedoch Hitzewallungen.
 

 
Auf 6,5mm Nadeln verstrickt sich die Wolle rasant schnell. Mich wundert nicht, daß viele diesen Pullover innerhalb einer Woche fertig haben. (Passende Knöpfe dafür zu finden und diese anzunähen ist vermutlich zeitaufwendiger.)
Einmal mehr bin ich dankbar für meine austauschbaren Nadelspitzen. Sie ermöglichen es problemlos, immer mal wieder auf ein größeres Seil zu wechseln und das bislang gestrickte anzuprobieren. Das habe ich dringend nötig, ich bin nämlich nach wie vor etwas skeptisch, ob die Größe die ich stricke auch die richtige für mich ist. Bislang sieht es allerdings ganz gut aus und falls es nicht so bleibt, fange ich eben nochmal von vorne an.